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Ehrung zum 70. Geburtstag von Präsidentin Waltraud Herold

Sängerbund Badisch-Franken FN v. 15.01.2019

 

Boxberg

Feierstunde Waltraud Herold, Präsidentin des Sängerbunds Badisch Franken und langjährige Kommunalpolitikerin, beging ihren 70. Geburtstag

Ganze Region zum Klingen gebracht

Schweigern/Uiffingen. Was passiert, wenn der Sängerbund Badisch-Franken (SBF) mit fast 200 Sängerinnen und Sängern seiner Präsidentin zum Geburtstag gratulieren will? Man benötigt zumindest einen geeigneten Raum, in den alle hineinpassen.

Waltraud Herold feierte am vergangenen Samstag im Dorfgemeinschaftshaus Uiffingen im Kreis ihrer Familie ihren 70 Geburtstag, nicht ahnend, dass unter der Federführung der Bundeschorleiterin Brigitta Meuser bereits seit Monaten intensive Vorbereitungen zu einem Geburtstagsständchen der Extraklasse liefen.

In mehreren Proben verteilt auf das gesamte Gebiet des SBF waren die ausgesuchten Lieder einstudiert worden, die eigentlich von Waltraud Herold teilweise selbst geleiteten oder ihr aus besonderen Gründen nahe stehenden Chöre aus Dainbach, Schweigern, Uiffingen, Epplingen und Gommersdorf trugen mit eigenen Liedern zum Gesamtprogramm noch zusätzlich bei und überbrachten auch so ihre Glückwünsche.

Das eigentliche Geburtstagsständchen fand dann schließlich ebenfalls in Uiffingen, in der Kirche, statt. Vizepräsident Wolfgang H. Runge begrüßte die Jubilarin, ihre Familie und alle Mitwirkenden. Das musikalische Ständchen eröffnete der Kirchenchor Dainbach, es folgten die extra für diesen Tag gebildeten Chorgemeinschaften Schweigern/Uiffingen und Epplingen/Gommersdorf. Natürlich durften auch dabei die persönlichen Grußworte und Geschenke nicht fehlen.

Richtig feierlich wurde es schließlich, als der aus fast 200 Sängerinnen und Sängern bestehende Gesamtchor seinen musikalischen Geburtstagsgruß überbrachte. Aktive aus dem gesamten SBF-Gebiet waren dazu nach Uiffingen gekommen und zeigten damit ihre Wertschätzung für „ihre“ Präsidentin. Brigitta Meuser war für den musikalischen Gesamtablauf zuständig, die Vizepräsidenten Wolfgang H. Runge (Mondfeld) und Hubert Heffele (Osterburken) für die nachfolgenden Laudationes, die sie intern in zwei verschiedene Bereiche aufgeteilt hatten.

Hubert Heffele betonte dabei, dass es ihn als Vizepräsidenten des SBF mit Freude und Stolz erfüllt, dass bei diesem besonderen Anlass so viele Sängerinnen und Sänger aus dem gesamten Gebiet des Sängerbundes diesen musikalischen Blumenstrauß überreichen. Waltraud Herold habe sich dies mit ihrer offenen und zuvorkommenden Art mehr als nur verdient. Die Chöre honorieren damit auch ein wenig ihre Verbundenheit und Wertschätzung mit der Präsidentin, die sich, so es ihre Gesundheit zulässt, für den SBF und seine Mitgliedschöre einsetzt.  Unzählige Besuche bei Jubiläen, Ehrungen, Liederabenden oder sonstigen Veranstaltungen sprechen da für sich – und das verdient Respekt und Hochachtung.

Waltraud Herolds selbst propagiertes Lebenslied mit 70 Strophen zeigt, so Heffele weiter, dass darin schon viele Facetten besungen wurden, geprägt von zwischenmenschlichen Kontakten, Familie, Beruf, politischen und vor allem auch kulturellen Ehrenämtern, mit Strophen von eindeutigem Forte, bangendem Piano, freudigem Allegro und besonnenem Adagio, vom heiter und fröhlich anzuhörenden Dur bis hin zum Kummer und Sorgen ausdrückenden Moll, von Strophen die man mit anderen zusammen gesungen hat und von solchen, die niemand kennt. Insgesamt ein buntes, reichhaltiges und eindrucksvolles Lebenslied, auf das sie stolz sein könne.

Frei nach dem Text des gemeinsam gesungenen Liedes „An hellen Tagen“ wünschte er ihr von eben diesen noch möglichst viele, von Sonnenstrahlen begrüßt und im Kreis der Familie und des SBF.

Wolfgang H. Runge hatte sich mehr mit dem chorischen und musikalischen Wirken der Jubilarin befasst. Schon 1962 war sie, mit 13 Jahren, in den Kirchen Dainbach, Epplingen und Schweigern auf der Orgelbank gesessen, bereits ein Jahr später sang sie im evangelischen Kirchenchor Dainbach mit („Ich singe Chor ALT-Stimme“). 1971 kam, inzwischen in Schweigern verheiratet, der dortige Gesangverein Liederkranz dazu. 1977/78 lässt sie sich in der „Mobilen Chorleiterschule“ des Badischen Sängerbundes, heute Badischer Chorverband (BCV), in Buchen zur Chorleiterin ausbilden. Sie übernimmt nahtlos die Chorleitung in Schweigern, von 1979 bis 1986 kommt der Sängerbund Sachsenflur dazu. Mit dem Kirchenchor Dainbach und der Chorgemeinschaft Uiffingen folgen danach weitere Chöre. Sie wird in der Sängergruppe 2 (Boxberg) stellvertretende Gruppenchorleiterin. Später kommt die Funktion als Gruppenchorleiterin und Gruppenvorsitzende dazu. Überregional übernimmt sie beim SBF das Amt der Frauenreferentin, wird Vizepräsidentin und 2010 schließlich Präsidentin des SBF.

Da bleiben Ehrungen natürlich nicht aus: 1987 für 25jährige Tätigkeit als Organistin, 1989 für 25jähriges Singen im Chor, 1993 für 15jähriges Dirigieren, 2001 die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg und 2003 erhielt sie für 25jähriges Dirigieren die silberne Chorleiterehrenbrosche.

Genau betrachtet und bis dato ungewürdigt ist sie somit auch seit 41 Jahren Chorleiterin in  Schweigern. Wer es über 40 Jahre mit einem Chor aushält und dementsprechend von diesem Chor auch ausgehalten wird, muss sehr viel richtig gemacht haben, so Runge weiter. Er hat deshalb, von der beim SBF für Ehrungen eigentlich zuständigen Präsidentin unbemerkt, beim BCV den entsprechenden Ehrungsantrag gestellt und dabei fast so nebenbei mitbekommen, welchen hervorragenden Ruf Waltraud Herold in der Geschäftsstelle des BCV genießt.

Verbunden mit dem Dank für ihr Engagement und dem Wunsch, dass sie noch viel und lange Kraft für dieses Ehrenamt hat, überreichte er ihr die entsprechende Urkunde des Deutschen Chorverbands mit der dazugehörenden Ehrenbrosche und einen Ehrenbrief des BCV. Ein persönliches und besonderes Geschenk des SBF und ein Blumenstrauß durften natürlich auch nicht fehlen. Sein weiterer Dank galt der Bundeschorleiterin Brigitta Meuser für die Übernahme der musikalischen Verantwortung und dem Vorsitzenden der Sängergruppe 2 (Boxberg), Dieter Weber, für das Organisieren des äußeren Rahmens.

Waltraud Herold zeigte sich nicht nur überrascht, sie war es tatsächlich auch – und gerührt. Hatte sie doch von den gesamten Vorbereitungen nichts mitbekommen, obwohl ihre Familie eingeweiht war. Ihre Dankesworte galten allen Sängerinnen, Sängern und Chören im SBF, ob sie nun an diesem Samstagnachmittag den Weg nach Uiffingen gefunden hatten oder nicht, ihren beiden Stellvertretern und dem gesamten Präsidium. Selbst die Einladung zu einem gemütlichen Beisammensein war ihr abgenommen worden. Alle Mitwirkenden trafen sich schließlich in der Turnhalle Schweigern zu einem kleinen Umtrunk und Vesper, das die Sängergruppe 2 vorbereitet hatte.

 

erha   



"Tipps für den Vorstand" -Zweckbetrieb ( BadenVokal )

Tipps für den Vorstand
Augen auf beim Zweckbetrieb

Ist Ihr Verein erst als gemeinnützig anerkannt, kann er sich generell über mehrere Steuerbonbons freuen.

Eines davon: Für Umsätze im sogenannten Zweckbetrieb gilt bei umsatzsteuerpflichtigen Vereinen grundsätzlich nur der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent.

Doch der Fiskus schaut sehr genau hin.
Immer wenn sich Ihr Verein wirtschaftlich betätigt, schaut der Fiskus genau hin und prüft:
Findet diese wirtschaftliche Aktivität zur Erfüllung des Satzungszwecks statt – oder rein
in Konkurrenz zu „normalen“ Wirtschaftsbetrieben?
Nur wenn die Erfüllung des Satzungszwecks im Vordergrund steht, handelt es sich
um einen Zweckbetrieb.
Voraussetzungen für einen Zweckbetrieb:
• Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb des Vereins dient der unmittelbaren Verwirklichung
  der gemeinnützigen Satzungszwecke.
• Außerdem ist für die Verwirklichung des Zweckes die wirtschaftliche Betätigung unentbehrlich.
• Zusätzlich tritt der Verein nicht mehr als unbedingt notwendig in Wettbewerb zu anderen
  nicht begünstigten Steuerpflichtigen. (Der Wettbewerb ist dann schädlich, wenn ein Unternehmer
  oder ein Unternehmen die gleichen Leistungen bedarfsdeckend anbietet und dafür Steuern
  zahlen muss.)

Konkret: Ein Zweckbetrieb ist der Teil Ihrer Vereinsaktivitäten, der Einnahmen erwirtschaftet
und zu den gemeinnützigen Satzungsaktivitäten zwingend dazugehört.
Ein Zweckbetrieb darf gewerblichen Unternehmen keine direkte Konkurrenz machen
und auch nicht auf Dauer ein deutliches Übergewicht in den Tätigkeiten oder
Einnahmen Ihres Vereins ausmachen.

Steuerlich ist der Zweckbetrieb ein Zwitter:
Die Tätigkeiten gehören eigentlich zum wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb,
doch da Sie damit „tatsächlich und unmittelbar satzungsmäßige Zwecke der
Körperschaft verwirklichen“ ,brauchen Sie für die dort eventuell erwirtschafteten
Gewinne keine Körperschaftsteuer und auch keine Gewerbesteuer abzuführen.
Schon aus diesem Grund hat der Gesetzgeber den Zweckbetrieb scharf sowohl vom ideellen
(steuerneutralen) Bereich als auch vom wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb getrennt.
 



Neues GEMA-Formular und Fristen

Zu Anfang 2018 ist eine neue Fassung des Pauschalvertrages in Kraft getreten. Wichtigste Änderung sind das neue GEMA-Formular und kürzere Fristen. Meldungen von Konzerten sowie konzertanten Veranstaltungen mit geselligem Teil müssen gleich nach der jeweiligen Veranstaltung direkt an den Badischen Chorverband gemeldet werden. Der Badische Chorverband leitet diese dann weiter. Generell ist zu beachten, dass Meldungen von Veranstaltungen innerhalb von vier Wochen nach der Veranstaltung erfolgt sein müssen.

Das neue GEMA-Formular und weitere Informationen können Sie hier aufrufen:

www.bcvonline.de - Service, GEMA



EU-Datenschutzverordnung

Am 25. Mai 2018 tritt die neue EU-weite Datschenschutzgrundverordnung (DS-GVO) und das neue Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ohne weitere Übergangsfrist in Kraft.

Einen von Rechtsanwalt Christian Heieck (Schwäbischer Chorverband e.V.) entwickelten Leitfaden und die Handreichung des Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit können Sie hier aufrufen:

Leitfaden Heieck DS-GVO EU und BDSG

Datenschutz im Verein nach der Datenchutzgrundverordnung



Tauberbischofsheim 31.03.2018

Chorgesang in der Region

Viele Gesangvereine und Chorgemeinschaften bangen um ihre Zukunft / Die FN fragten bei Verantwortlichen nach Lösungsansätzen

Nachwuchssorgen, aber auch neue Chancen

  1. März 2018Autor: Susanne Sohns

Wie steht es um die Chöre in der Region? Dieser Frage gingen die Fränkischen Nachrichten auf den Grund und hörten sich unter Chorleitern und Vorsitzenden um, wie sie die Zukunft sehen.

Odenwald-Tauber. „In Freud und Leid zum Lied bereit“, so lautet mancher Fahnenspruch eines Gesangvereins. Doch es scheint vielerorts ein großes Problem zu sein, Menschen zu finden, die wirklich bereit sind, in der örtlichen Chorgemeinschaft mitzusingen.

Die Berichte der Jahreshauptversammlungen von Chören der letzten Jahre bestätigen dies in der gesamten Region. Nachwuchsmangel, Überalterung und die Schwierigkeit, Vorstände zu bilden, sind die Herausforderungen, die Gesangvereine und Chorgemeinschaften an die Grenze der Belastbarkeit bringen. Einige Vereine lassen ihre Geschäfte bereits ruhen und hoffen auf bessere Zeiten.

Männerchöre mit Problemen

Mechthild Geiger, Chorleiterin des Gesangvereins Liederkranz Tauberbischofsheim, bestätigt die Nachwuchssorgen. „Wenn es so weitergeht, wird unser Männerchor irgendwann nicht mehr existieren.“ Der Chor wurde 1844 gegründet und ist der älteste im ganzen Sängerbund Badisch-Franken. Geiger denkt, gerade Männerchöre hätten leider ein verstaubtes Image und es sei schwer, dieses abzulegen. Ihre beiden anderen Chöre, der Frauenchor „Offener Singtreff“ und der Kinderchor „Minimaxis“, beide aus Tauberbischofsheim, seien dagegen von den Nachwuchssorgen weniger betroffen. „Es ist leichter, Frauen zum Singen zu motivieren. Und bei den Kindern haben wir einen super Zulauf.“

Die Vorsitzende des 1994 gegründeten gemischten Chors „Inselmut“ aus Lauda, Andrea Baumann, schätzt das Durchschnittsalter ihrer Sänger auf Anfang/Mitte 50. „Das Repertoire eines Chors und ein motivierender Leiter sind entscheidende Faktoren, um neue Mitglieder zu gewinnen“, ist sie überzeugt. Ein weiterer Vorschlag ihrerseits ist die Gründung eines Projektchors, um neuen Sängern den Einstieg zu erleichtern.

„Viele schrecken die vermeintlich steifen Vereinsstrukturen der örtlichen Gesangvereine ab“, vermutet Baumann.

„Ein Chor ist wie ein Baum. Wenn er alt und krank ist, ist es besser an dessen Stelle einen neuen zu pflanzen“, beschreibt Roland Beck, Vorsitzender des gemischten Gesangvereins in Bettingen, die Situation der regionalen Chöre ganz philosophisch. Er sei aber auch realistisch: „Die traditionellen Chöre werden aussterben“, sagt er im Gespräch mit den FN. Auf der anderen Seite sei er wiederum optimistisch: „Früher oder später werden neue Chorprojekte entstehen.“

Der Bettinger Gesangverein feierte 2017 sein 150-jähriges Bestehen. Das Durchschnittsalter der Sänger beträgt 63 Jahre. Roland Beck ist mit 55 Jahren die jüngste unter den Männerstimmen. Er empfiehlt den Vereinsverantwortlichen zu überlegen, wann ein Zusammenschluss mit einem benachbarten Chor Sinn macht. Dies sei in den lokalen Sportvereinen bereits gängige Praxis und inzwischen ein Erfolgsmodell.

Seit zwölf Jahren haben sich Kirchenchor und Gesangverein in Sennfeld bereits zusammengeschlossen, um Synergien zu bilden. „Herausforderung ist nun der Spagat zwischen weltlichem und kirchlichem Liedgut“, erklärt die Vorsitzende des 1846 gegründeten Vereins, Eva Reichert. „Die Überalterung ist wie überall auch bei uns ein Problem. Allerdings können wir durch erfolgreiche Projektkonzerte immer wieder jüngere Sänger gewinnen, was unsere Mitgliederzahl wenigstens konstant hält.“

Ihrer Meinung nach sei es ein herber Verlust für die Dorftradition, wenn Chorvereinigungen aussterben. „Immerhin bereichern viele Chöre mit ihren Liedern die im Jahreskreis stattfindenden Feste wie Erntedank oder das Maibaumstellen.“

Ein Beispiel für einen jüngeren Chor ist der Spontanchor aus Boxberg, der vor 18 Jahren gegründet wurde. Laut Chorleiter Stefan Rauch waren in den vergangenen Jahren über 200 Sänger aktiv, jedoch beschränke sich der Stamm der Aktiven mittlerweile auf etwa 50 Mitwirkende. „Die 17- bis 20-jährigen sind meist nur kurze Zeit dabei und machen sich dann auf in ein Studium. Weitere Hobbys, Freundschaften, Beruf und Familie sorgen dafür, dass wir wie jeder andere Chor auch mit Nachwuchssorgen zu kämpfen haben“, stellt Rauch fest.

Aber er hat auch Tipps, wie man neue Mitglieder werben kann: „Eine lockere Atmosphäre und Ungezwungenheit ist wichtig. Dazu haben wir in Boxberg jede Menge an eingängigen Melodien im Programm. Von Vorteil ist sicher auch unser Kinder- und Jugendchor, von dem manche den Sprung zu den Erwachsenen machen und dann dabei bleiben.“

Kooperationen mit anderen Musikgruppen und gemeinsame Projektkonzerte sind ein weiterer Vorschlag Rauchs, um die Attraktivität eines Chors zu steigern.

Im Gespräch mit dem Vorstand der Chorgemeinschaft in Uiffingen äußert sich Schriftführerin Christel Herold besorgt: „Wenn es die Chöre nicht mehr gibt, wer singt dann bei festlichen Anlässen im Ort?“ Die Vorsitzende Hiltrud Schneeweis ergänzt: „Früher ist man automatisch in den Chor eingetreten, um abends mal raus zu kommen. Heute gibt es so viele andere Angebote.“

Berechtigte Zukunftsängste

Die Recherchen der Fränkischen Nachrichten zeigen, dass die Gesangsvereine offensichtlich berechtigte Zukunftsängste haben. Auch die Chöre müssen mit der Zeit gehen und auf Veränderungen reagieren. Es gilt, neue Wege zu finden.

Um Erneuerungen wie der Erweiterung des Liedguts, Kooperationen und Projektarbeit mit anderen Chören kommt kein Verein herum, wenn er überleben möchte. Das Singen muss auch nicht unbedingt – wie regional vorrangig – in einem Verein stattfinden. Offene Singkreise ohne Vereinsstrukturen und Altersgrenzen können ein Lösungsansatz sein. Auch zeitlich begrenzte Projektkonzerte sind eine Idee, um jüngere Sänger zu erreichen.

Bewundernswert ist das Engagement, die Disziplin und das Durchhaltevermögen der Gesangvereine in der Region Odenwald-Tauber und ihrer Mitglieder allemal. Und die Freude am gemeinsamen Singen lohnt sich auch noch auf einer ganz anderen Ebene, denn – das bestätigt sogar die Wissenschaft ganz offiziell: Singen ist gesund.

© Fränkische Nachrichten, Samstag, 31.03.2018



Bericht von der JHV des Sängerbundes Badisch Franken, 18.02.2018 in Uissigheim

Main-Tauber/Odenwald.

Für 72 Vereine und Chöre aus vier Landkreisen (Main-Tauber, Neckar-Odenwald, Hohenlohe und Heilbronn) ist der Sängerbund Badisch-Franken (SBF) Dachverband, Vertreter von 67 davon haben am Sonntagnachmittag den Weg in die Stahlberghalle nach Uissigheim zur Jahreshauptversammlung (JHV) gefunden. Ihnen und dem Ortsvorsteher Klaus Kuß galten die besonderen Grußworte der SBF-Präsidentin Waltraud Herold. Die weitere politische Prominenz vom Rathaus über die Landratsämter und den Landtag bis zum Bundestag hatte sich entschuldigen lassen.

Die feierliche und gesangliche Umrahmung gestaltete der Männergesangverein (MGV) „Eintracht“ Uissigheim unter der Leitung von Christine Bischoff. Mit dem „Sängergruß“ im Satz von Othmar Kist und „Der Schlüssel zum Glück“ im Satz von Manfred Bühler eröffneten die Sänger auch die Versammlung. Das gemeinsame Totengedenken untermalten sie mit „Die Rose“ im Satz von Manfred Bühler. Zu besinnlichen Worten von Bundeschorleiterin Brigitta Meuser gedachte man dabei besonders Karlheinz Heid (Vorsitzender in Höhefeld, zeitweise Gruppenvorsitzender in Wertheim und SBF-Vizepräsident) und Ilona Becker (Vorsitzende und Chorleiterin in Leibenstadt, zeitweise Gruppenvorsitzende in Osterburken und SBF-Vizepräsidentin). Passend dazu hatte Frau Meuser noch ein Gedicht von Johannes Kandel ausgewählt.

Ortsvorsteher Klaus Kuß ließ es sich nicht nehmen, Uissigheim und den Gesangverein vorzustellen. Das Dorf mit etwa 600 Einwohnern hat in den letzten Jahrzehnten einen gravierenden Wandel von der einst bäuerlichen Kommune bis zum fast ausschließlichen Wohnort durchgemacht. Dieser Prozess verschonte allerdings auch nicht die Vereine. Trotzdem war in vielen Fällen die eigene Struktur erhalten geblieben. Speziell der MGV pflegt weiterhin die Tradition und ist trotzdem für alle möglichen Veränderungen offen. Er wünschte den Delegierten einen angenehmen Aufenthalt und der Versammlung einen guten Verlauf.

Waltraud Herold hat als Präsidentin des SBF diesen nicht nur repräsentiert, sondern über dessen Grenzen hinaus auch wirkungsvoll agiert. Trotz Aufteilung in sechs Sängergruppen und der damit verbundenen Unterstützung durch die jeweiligen Gruppenvorsitzenden und dem gesamten Präsidium, war sie in den letzten beiden Jahren vom Main über Tauber, Umpfer und Kirnau bis zur Jagst fast schon rastlos unterwegs gewesen, hat unzählige Versammlungen und Konzerte besucht, Sängerinnen, Sänger und Vereine ausgezeichnet und geehrt und dabei immer wieder über Neuigkeiten aus dem Badischen Chorverband (BCV) und dem Deutschen Chorverband (DCV) informiert. Zur flächenmäßig großen Ausdehnung des SBF und dem damit verbundenen hohen Zeitaufwand für Hin- und Rückfahrten kommt dann noch die Randlage in Bezug auf den BCV – und nicht alle Verbandstermine finden auch unbedingt in Karlsruhe statt!

Doch davon sind auch die anderen Präsidiumsmitglieder betroffen. Vizepräsident Wolfgang Runge hat in diesem Zusammenhang Waltraud Herold bei verschiedenen Terminen vertreten, berichtete von den Ergebnissen und Auswirkungen auf die Vereine und verwies zusätzlich auf die Homepage des SBF und Veröffentlichungen im Verbandsorgan „Baden Vocal“. Dazu gehört zum Beispiel auch das leidige Thema „Gema“ und die lange Zeit strittige Finanzierung eines geplanten Zentrums des DCV in Berlin. Unabhängig davon appellierte bei diesen Zusammenkünften der BCV-Musikausschuss immer wieder an die Mitgliedsvereine, die Bemühungen um die Verbesserung und Steigerung des Chorgesangs nicht aus den Augen zu verlieren.

Offensichtlich sind die Chöre des SBF inhaltlich und personell noch gut aufgestellt, so die Vermutung der Bundeschorleiterin Brigitta Meuser. Sie hatte in den letzten beiden Jahren ein Chorcoaching, einen Vizechorleiterlehrgang und eine chorische Stimmbildung als Projekte angeboten, alles wichtige Elemente für den Gesang und die Vereine, musste allerdings mangels Interesse alles wieder vom Terminkalender nehmen. Dennoch wird und will sie auch weiterhin bei Fragen und Problemen den Vereinen und Chorleiter/innen zur Verfügung stehen. Die Initiative sollte dann allerdings von deren Seite kommen, wie auch Einladungen zu Liederabenden oder Gruppenkonzerten.

Die Bundesschriftführerin Christa Mayer verlas danach die Protokolle der letzten JHV 2016 in Schweigern und der verschiedenen Präsidiumssitzungen. Bei den letzteren war es auch immer wieder um das 140jährige Jubiläum des SBF gegangen, zu dem der Badische Jugendchor im Januar 2017 zu einem vielbeachteten Konzert in der Pfarrkirche in Gerlachsheim gewonnen werden konnte. Weiterhin berichtete sie von der Fahrt des Präsidiums ins Sängermuseum in Feuchtwangen mit der Übergabe eine Schecks zur Restaurierung einer auf den Komponisten Valentin Eduard Becker (1814-1890) ausgestellten Urkunde. Becker war Ehrenmitglied des „Bauländer-Taubergründer-Sängerbundes“, des Vorläufers des SBF.

Ein geordnetes Rechnungswerk konnte anschließend der Bundesschatzmeister Wolfgang Köhler vorlegen. Sein Bericht erstreckte sich ebenfalls über den Zeitraum von zwei Jahren und dementsprechend umfangreich war er auch. Als Schaltstelle für die Bestandserhebungsbögen wünschte er sich einen sorgfältigeren und zeitlich exakteren Umgang mit diesen Unterlagen, von denen eigentlich ausschließlich die Vereine profitieren. Gerne erläutert er auch zukünftig bei Bedarf Fragen zu Pauschalen oder Beitragsänderungen und erinnerte in diesem Zusammenhang als Webmaster der SBF-Homepage einmal mehr an diese immer aktuelle Informationsmöglichkeit.

Die Bundesfrauenreferentin und Gleichstellungsbeauftragte Annemarie Moser berichtete noch vom „Tag der Frauenstimme“ in Bruchsal, ehe die Kassenprüferin Jutta Mark dem Schatzmeister eine sachlich und rechnerisch einwandfreie Kassenführung bescheinigte. Dem von ihr damit verbundenen Antrag zur Entlastung des gesamten Präsidiums wurde einstimmig stattgegeben.

Problemlos ging schließlich die von Ortsvorsteher Klaus Kuß geleitete Neuwahl des gesamten Präsidiums über die Bühne. Es wurde per Handzeichen gewählt, alle Wahlen erfolgten einstimmig, ohne Gegenstimme oder Enthaltung. Gewählt bzw. in ihren Funktionen bestätigt wurden:

Präsidentin: Waltraud Herold (Schweigern); 1. Vizepräsident: Wolfgang H. Runge (Mondfeld); 2. Vizepräsident: Hubert Heffele (Osterburken); Bundeschorleiterin: Brigitta Meuser (Tauberbischofsheim); Schriftführerin: Christa Mayer (Kembach); Schatzmeister: Wolfgang Köhler (Osterburken); Stellv. Bundeschorleiterin, Bundesfrauenreferentin und Gleichstellungsbeauftragte: Annemarie Moser (Oberwittstadt); Pressereferent: Reinhard Haas (Oberlauda). Jutta Mark und Monika Rumm wurden zu Kassenprüferinnen bestellt. Waltraud Herold bedankte sich beim auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen bisherigen 2. Vizepräsidenten Alexander Schwarz (Dittwar) für dessen Arbeit im Interesse des Chorgesangs mit einem kleinen Präsent.

Zur JHV waren keine besonderen Wünsche oder Anträge eingegangen. Die nächste Hauptversammlung wurde auf den 01. März 2020 im Bereich der Sängergruppe 1 (Osterburken) terminiert. Abschließende Dankesworte richtete Waltraud Herold an die Delegierten für das doch eindeutige Votum bei den Neuwahlen und an das Präsidium selbst für die uneingeschränkte Unterstützung in den vergangenen beiden Jahren. Für die Zukunft wünschte sie sich den gleichen Rückhalt. Mit dem gemeinsam gesungenen „Badischen Sängerspruch“ endete die Jahreshauptversammlung 2018 des Sängerbundes Badisch-Franken.

erha/Bilder: Reinhard Haas

 



Neue Mitgliedsbeiträge 2018

Neue Mitgliedsbeiträge ab 2018
Der folgende Jahresbeitrag für den BCV und den DCV wird von den regionalen Chorvereinigungen eingezogen.

4,50 € je aktives Mitglied an den BCV
2,60 € je aktives Mitglied an den Deutschen Chorverband (Anpassung zum 01.01.2018, inkl. 0,10 € für die Deutsche Chorjugend)
Sockelbeitrag BCV: 80 €
Sockelbeitrag DCV: 40 € (Anpassung zum 01.01.2018)
1,50 € je aktives Mitglied an den SBF

Kinder- und Jugendchöre zahlen seit 2016 keinen Beitrag. Die Kosten für den DCV (1,20 € je aktives Mitglied) übernimmt der Badische Chorverband für Sie.
Vokalensembles können weniger als 16 Mitglieder haben, zahlen aber die Beiträge für mindestens 16 Mitglieder.

Baden vokal
Jeder Verein muss 5 Pflichtexemplare des Verbandsmagazins „Baden vokal“ abnehmen. Die Jahresbezugsgebühren betragen 16,50 € inkl. MwSt je Exemplar (82,50 € im Jahr).
Außerdem müssen 2 Exemplare der „Chorzeit“ des DCV abgenommen werden. Die Abnahme ist im Sockelbeitrag des DCV enthalten.

Versicherung
Der DCV hat für alle aktiven Mitglieder eine Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung bei ARAG Düsseldorf, abgeschlossen. Der Beitrag hierfür ist im Beitrag an den DCV enthalten.
Daneben hat der BCV für alle Mitgliedsvereine eine sog. Veranstalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen. Versicherungsschutz besteht für alle Chöre, die für das laufende Jahr einen Bestandserhebungsbogen abgegeben haben. Die Kosten für dieses Versicherungspaket übernimmt der BCV für Sie.

Der BCV bietet seinen Mitgliedsvereinen eine extra Unfallversicherung an.  Die Jahresprämie beträgt z. Zt. 0,31 € je aktives Mitglied zuzüglich 2,50 € pauschal für Helfer, die keine aktiven Mitglieder sind. Der Einzug erfolgt per Lastschrift durch die Geschäftsstelle im 3. Quartal des Jahres.

GEMA
Wie durch Beschluss der Delegierten festgelegt, zahlt jeder Verein z. Zt. 15 € pauschal und 1,00 € pro aktivem Erwachsenen an den BCV. Kinder- und Jugendliche sind beitragsfrei. Vokalensembles zahlen für 16 aktive Mitglieder. Der Einzug per Lastschrift durch die Geschäftsstelle erfolgt im 3. Quartal des Jahres. Dies sollte die erste Hälfte des Betrages des Pauschalvertrages des DCV mit der GEMA (130.500,00€) abdecken. Die zweite Hälfte erbringt der BCV für Sie.
Die Anmeldung ist zeitnah mit dem Antragsformular und zwei Programmen, aus denen die Liedvorträge hervorgehen, an die Geschäftsstelle zu senden. Der BCV übernimmt die Meldung der Chorveranstaltungen an die GEMA. Das Antragsformular ist ebenso wie der Pauschalvertrag unter der Rubrik Service, GEMA auf der Homepage hinterlegt.
 

Chorleiterförderung
Seit 1986 erhält jeder Verein einmal im Jahr einen Zuschuss aus Landesmitteln zur Förderung der Beschäftigung von qualifizierten Chorleitern von z. Zt. 360 Euro. Grundlage hierfür ist die Abgabe des Bestandserhebungsbogens aus dem aktuellen Jahr.
 

Für Fragen steht Ihnen die Geschäftsstelle gern unter Telefon-Nr.: 0721-849669 zur Verfügung.



"Tipps für den Vorstand" -Vereinsregister entscheidet- BCV-Nov.17

Vereinsregister entscheidet
Eine Mitgliederversammlung kann durch den im Vereinsregister eingetragenen
vertretungsberechtigten Vorstand stets wirksam einberufen werden.
Selbst dann, wenn dieser Einzelvorstand sein Amt bereits niedergelegt
hat und wenn sonst feststeht, dass er nicht mehr Vorstand ist. Entscheidend
ist die noch vorhandene Eintragung im Vereinsregister – somit könnte
selbst auch zum Beispiel ein fehlerhaft bestellter Vorstand noch eine
Mitgliederversammlung einberufen.
Soweit eine Vereinssatzung vorsieht,dass die Einladung zur Mitgliederversammlung
unter Angabe der Tagesordnung durch Veröffentlichung in einem genau
bezeichneten Presseorgan erfolgen soll, gilt dieser Grundsatz zur Einberufung
auch für außerordentliche Mitgliederversammlungen.
Gerade wenn daher eine ergänzende Regelung in der Satzung fehlt, ist es
sachgerecht, die Einberufungsregelungen für die ordentliche Mitgliederversammlung
auch insoweit heranzuziehen, zumal das Gesetz nicht zwischen ordentlicher und
außerordentlicher Mitgliederversammlung unterscheidet. Anmerkung: Der Streit in
einem Schwimmsportverein über durchgeführte Wahlen und vorgetragene
Bedenken von einzelnen Vereinsmitgliedern führte zu dieser Grundsatzentscheidung
des Oberlandesgerichts.
Da, wie fast üblich, eine genaue Satzungsvorgabe zur Einberufung einer
außerordentlichen MV fehlte, gelten für diese Fälle die Einladungsvorgaben
nach der Satzung für ordentliche Versammlungen.
Vorliegend durfte daher über eine einfache Veröffentlichung in einer Regionalzeitung
vor Ort als dafür bestimmtes Presseorgan auch zur außerordentlichen MV
rechtswirksam eingeladen werden.
Das OLG entschied daher, dass auch eine außerordentliche MV bei fehlender
Satzungsregelung genau hierzu über die örtliche Presse einberufen werden kann,
selbst wenn sich in der Satzung das übliche Zeitfenster für Einladungen zur
jährlichen MV „nach Möglichkeit im 1. Quartal“ beispielsweise findet.
Das Teilnahmerecht an einer Mitgliederversammlung ist zwar eines der
wichtigsten Mitgliederrechte.
Es muss ein Mitglied aber nicht mit einer außerordentlichen MV rechnen,
somit muss dafür nicht abweichend extra schriftlich zusätzlich eingeladen
werden. Denn nach Ansicht des OLG sind auch Mitglieder aufgerufen, sich
aktiv um Belange ihres Vereins zukümmern und sich über die Vereinsentwicklung
zu informieren.
Fundstelle: OLG Stuttgart, Beschluss v.
15.03.2017, 8 W 103/16, HI 10880743
Autor: Prof. Gerhard Geckle/
www.verein-aktuell.de



Kassenbuchführung – Was wird dazu verlangt?

Tipps für den Vorstand


Viele gemeinnützige Vereine erfassen ihre (steuerpflichtigen) Einnahmen aus
Bewirtungen mit buchhalterischer Zuordnung zum Bereich des wirtschaftlichen
Geschäftsbetriebs (wiG) über eine Barkassenführung.
Vereinzelt gehen Vereine jetzt dazu über, ihre bislang im Einsatz befindlichen
elektrischen Registrierkassen seit Jahresfang nicht mehr einzusetzen.
Denn seit Jahresanfang 2017 müssen auch die von Vereinen eingesetzten
und verwendeten elektronischen Kassen den gesetzlich geforderten
besonderen umfangreichen digitalen Aufzeichnungsvorgaben entsprechen.

Es ist nach wie vor zulässig, dass ein Verein wieder auf die Baraufzeichnungen
umsteigt. Allerdings müssen auch Barkassen auf  Vollständigkeit und Richtigkeit
der Einnahmen überprüfbar sein, sonst könnten Zuschätzungen drohen
(so bereits u. a. BFH,Urteil v. 13.03.2013, X B 16/12).
Verlangt wird daher nach Ansicht der Finanzverwaltung, dass bei Anfertigung
des Kassenberichts unter anderem der gesamte Bargeldbestand einschließlich
Hartgeld täglich gezählt und betragsmäßig erfasst wird.
Vereine sollten daher unbedingt, auch mit Anweisung gegenüber ihren Helfern,
gerade bei größeren Veranstaltungen mit Barkassenführung, hierauf achten.
Wobei die Kassenberichtesogar zehn Jahre aufbewahrt werden müssten.
Es gibt hierfür einsetzbare Vordrucke und Aufzeichnungshilfen.
Auch gibt es Standardsoftware beim PC-Einsatz, wenn man über eine sogenannte
Excel-Kassenbuchführung diese Aufzeichnungspflichten erfüllen möchte.
Allerdings werden diese Programme über Eigenerfassungen am PC nur
dann steuerlich anerkannt, wenn technisch nachträgliche Änderungen
ausgeschlossen sind.

Quelle: Prof. Gerhard Geckle,
Fachanwalt für Steuerrecht
und selbstständiger
Rechtsanwalt in Freiburg
www.verein-aktuell.de

 



Steuerbescheinigungen

Digitale Übermittlung von Spendenbescheinigungen

Was bei Rechnungen gang und gäbe ist, geht bei Spendenbescheinigungen
nicht so einfach: der digitale Versand. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF)
klärt jetzt die Voraussetzungen dafür.Eine Zuwendungsbestätigung ohne
eigenhändige Unterschrift wird nur dann anerkannt, wenn die gemeinnützige
Einrichtung die Nutzung eines entsprechenden Verfahrens beim zuständigen
Finanzamt gemeldet hat (R 10b.1 Abs. 4 Einkommensteuer-Richtlinien).

Mit dieser Anmeldung muss sie bestätigen, dass

 die Zuwendungsbestätigungen dem amtlich vorgeschriebenen
Vordruck entsprechen.
 die Zuwendungsbestätigungen die Angabe über die Anzeige an das
Finanzamt enthalten.
 eine rechtsverbindliche Unterschrift beim Druckvorgang als Faksimile
eingefügt wird oder es beim Druckvorgang eine solche Unterschrift
in eingescannter Form verwendet wird.
 das Verfahren gegen unbefugten Eingriff gesichert ist, d. h. nur die
im Verein zur Ausstellung von Zuwendungsbestätigungen berechtigten
Vorstandsmitglieder oder entsprechend Bevollmächtigte haben Zugriff.
 das Buchen der Zahlungen in der Finanzbuchhaltung und das Erstellen
der Zuwendungsbestätigungenmiteinander verbunden sind und die
Summen abgestimmt werden können.
 Aufbau und Ablauf des bei der Zuwendungsbestätigung angewandten
maschinellen Verfahrens für die Finanzbehörden innerhalb Tipps für
den Vorstand angemessener Zeit prüfbar sind (analog § 145 Abgabenordnung);
dies setzt eine Dokumentation voraus, die den Anforderungen der Grundsätze
ordnungsmäßiger DVgestützter Buchführungssysteme genügt.
Die Meldung erfolgt mit formlosen Schreiben. Eine ausdrückliche Bestätigung
oder Genehmigung durch das Finanzamt ist nicht erforderlich.
Die Vorgaben sollten aber unbedingt eingehalten werden, weil der Verein
für fehlerhaft ausgestellte Bescheinigungen haftet.
Maschinell erstellte Zuwendungsbestätigungen sind nur bei Geldspenden,
nicht bei Sach- und Aufwandsspenden möglich. Es muss sich bei
der digitalen Zuwendungsbestätigung um ein schreibgeschütztes
Dokument handeln. Typischerweise kommt also eine PDF-Datei in Frage.
Für den Steuerabzug kann der Zuwendungsempfänger den Ausdruck
des entsprechenden Dokuments dann selbst übernehmen.
Seit Anfang des Jahres müssen Zuwendungsbestätigungen nicht mehr
beim Finanzamt eingereicht werden.
Es genügt, sie aufzubewahren. Das ist dann auch in digitaler Form möglich.

Bundesministerium der Finanzen,
06.02.2017, IV C 4 - S 2223/07/0012
Quelle: vereinskonowhow.de/
Wolfgang Pfeffer