Jahreshauptversammlung 10.07.2022, Grünsfeld

Der Sängerbund Badisch-Franken (SBF) erstreckt sich vom Main im Norden bis an die Jagst im Süden und von Osterburken im Westen bis an die Landesgrenze zu Bayern im Osten. Die Mitgliedsvereine gehören zwar überwiegend politisch zum Main-Tauber-Kreis, aber einige sind auch im Neckar-Odenwald-Kreis, im Hohenlohekreis und im Landkreis Heilbronn beheimatet. Der SBF ist wegen dieser Größe auch in sechs Sängergruppen unterteilt. Dementsprechend groß war auch das Interesse dieser Vereine an der Jahreshauptversammlung (JHV) am vergangenen Sonntag in der Stadthalle Grünsfeld.

Die Veranstaltung wurde vom Männergesangverein Liedertafel Grünsfeld unter der Leitung von Andrea Müller-Köhler, sie dirigierte auch bei den weiteren Liedvorträgen, mit „Willkommen“ im Satz von Dieter Frommlet eröffnet.

Die besonderen Grußworte des Präsidenten Wolfgang Runge galten allen Ehrenmitgliedern, Bürgermeisterstellvertreter Werner Biereth und Landrat Christoph Schauder. Entschuldigt hatten sich der Präsident des Badischen Chorverbands Josef Offele, der Landtagsabgeordnete und Landtagsvizepräsident Wolfgang Reinhart, der SBF-Ehrenpräsident Gerhard Fischer und der Grünsfelder Bürgermeister Joachim Markert, der an diesem Tag mit einer Abordnung in der Partnerstadt Pfreimd/Oberpfalz weilte.

Die Anwesenheit von Ehrengästen lässt auf die Bedeutung der Veranstaltung schließen, so Runge weiter. Von 71 Vereinen hatten 56 von Weg nach Grünsfeld gefunden, in unsicheren Pandemie-Zeiten immer noch eine stolze Zahl. Er stellte die rechtzeitige und ordnungsgemäße Einladung zu dieser JHV und damit auch die Beschlussfähigkeit fest.

Bundeschorleiterin Brigitta Meuser gedachte stellvertretend für alle verstorbenen Sänger*innen besonders dem ehemaligen Vorsitzenden der Sängergruppe 3 und des Sängerkreises Badisch-Franken, jetzt SBF, Wolfgang Weckesser und Raimund Holler, zeitweise Vorsitzender der Sängergruppe 3 und über 53 Jahre Vorsitzender des Gesangvereins Oberlauda. Dieses Totengedenken wurde vom Grünsfelder Chor mit dem „Grablied“ von Richard A. Schubert besonders aufgewertet.

Hans Rackl, Vorsitzender des MGV Grünsfeld und der Sängergruppe 3 betonte danach, dass die Aktiven und Chöre singen wollen und sollen. Allerdings gestaltet sich ein Neustart nach den Corona-Lockdowns oft schwierig. Hier kann und muss einiges besser werden. In Grünsfeld hat es einigermaßen geklappt, durfte man doch am Vortag mit einem Festkommers den 100. Geburtstag feiern. Der Chor unterstrich dies mit dem Lied „Beginn den Tag mit einem Lied“ aus einer mündlichen Überlieferung.

Landrat Christoph Schauder wies auf die besondere Bedeutung des SBF hin. Vereine in vier Landkreisen garantieren einen regelmäßigen Austausch und Verbundenheit. Auf Letzteres wird genauso geachtet wie auf die Möglichkeit sich untereinander anzugleichen. Dies trifft besonders auf die Aktiven zu. Nach den aktuellen Rückschlägen ist ein erfolgreicher Wiederbeginn nötiger denn je. Dabei darf allerdings die Identität nicht verloren gehen. Corona hat und wird die Wohn- und Arbeitstätigkeit zwar nachhaltig verändern, das lässt aber wiederum auch für die Zukunft hoffen. Der Main-Tauber-Kreis wird dem SBF und seinen Vereinen auch weiterhin unterstützend zur Seite stehen.

Grünsfelds stellvertretender Bürgermeister Werner Biereth zitierte Luther: „Musik ist ein Geschenk und Gabe Gottes und vertreibt den Teufel“! Zu den bekannten Vorzügen des Singens kommen für ihn die unbestrittene Kulturgestaltung und das möglichst in hörbarer Harmonie. Er bedankte sich für ein unbezahlbares ehrenamtliches Engagement in den Vereinen und im Sängerbund. Vereine sind immer noch die besten Botschafter für ihre Heimatgemeinden und sie sollen es auch bleiben.

Präsident Wolfgang Runge erinnere in seinem Tätigkeitbericht an die Tatsache, dass sich viele Pläne durch jede Menge Bremsklötze nicht zu realisieren waren. Zahlreiche Vorhaben mussten aus gesundheitlichen Gründen auf die lange Bank geschoben werden, Corona hat die Chöre gebeutelt. Dabei wurden aber auch bereits vorhandene Prozesse beschleunigt und sichtbar gemacht. Er dankte dem Land Baden-Württemberg und dem Main-Tauber-Kreis für die bisherige Unterstützung, trotz verhinderter Gegenleistung.

Interne Anspornversuche hatten leider nur einen verhaltenen Erfolg, der Pandemie-Schock hat einfach zu viele gelähmt. Aber auch hier ist noch eine Steigerung möglich. Eine wichtige Erkenntnis haben aber diese letzten beiden Jahre gebracht: Das Info-System funktioniert bestens. Sein besonderer Dank galt den Mitgliedern des SBF-Präsidiums, die in diesen Monaten fast besser als zuvor zusammengearbeitet hatten.

„Eine schwere Zeit liegt hinter uns, Auflagen, Beschränkungen und Enttäuschungen“, so Bundeschorleiterin Brigitta Meuser in ihrem Rückblick. Chorproben im Freien (Witterung?), in Sälen oder Kirchen (Verständigung untereinander beim geforderten Abstand zwischeneinander), es wurde zwar einiges probiert, aber nicht alles war realisierbar. Vergessen wurden dabei aber auch oft die Chorleiter*innen, die auf einmal ohne Verdienst dagestanden waren. Auf SBF-Ebene waren Fort- und Weiterbildungsseminare unmöglich gewesen. In Bezug auf das Info-System wünschte sie sich einen verbesserten Informationsfluss von unten nach oben.

Die Bundesschriftführerin Christa Mayer verlas zunächst das Protokoll der letzten JHV vom März 2020 in Merchingen. Danach hatten sich die Aktivitäten, von einigen Besprechungen abgesehen, aus den bekannten Gründen in Grenzen gehalten. Die wenigen Präsidiumssitzungen galten durchweg der Orientierung für die Chöre, zu Zeiten des vollständigen Stillstands des Vereinslebens besonders wichtig.

Einen ausgeglichenen Haushalt präsentierte Schatzmeister Gerhard Kaiser, obwohl die Geschäftsstelle in Boxberg in den letzten Monaten neu eingerichtet wurde. Die Kassenprüfer Werner Vogt und Jutta Mark sprachen ihm für seine Arbeit ihre uneingeschränkte Anerkennung aus. Der daraus resultierende Antrag auf Entlastung des gesamten Präsidiums wurde einstimmig genehmigt.

Dankbar und dennoch traurig verabschiedete Vizepräsident Hubert Heffele langjährige und verdiente Präsidiumsmitglieder, die bei der späteren Neuwahl dieses Gremiums nicht mehr kandidierten. Der SBF verliert mit Brigitta Meuser und Christa Mayer ein großes Stück sozialer Kompetenz. Christa Mayer und der bereits vor zwei Jahren ausgeschiedene Wolfgang Köhler, er war allerdings in Grünsfeld verhindert, wurden zu SBF-Ehrenmitgliedern, Brigitta Meuser zur Ehrenbundeschorleiterin ernannt. Zu den entsprechenden Urkunden gab es auch noch Blumen und kleine Geschenke.

Problemlos konnte danach Hans Rackl die Neuwahl des gesamten Präsidiums durchführen, auch wenn für die Positionen des Zweiten Vizepräsidenten, des/der stellvertretenden Bundeschoreiters*in, des/der Bundesjugendchorleiters*in und des/der Bundesjugendreferenten*in unbesetzt blieben. Gewählt wurde mit Mandatskarte und in allen Fällen einstimmig. Das neue Präsidium setzt sich zusammen aus: Präsident Wolfgang Runge (Mondfeld), Vizepräsident Hubert Heffele (Osterburken), Bundeschorleiterin, Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte Annemarie Moser (Oberwittstadt), Bundesschatzmeister Gerhard Kaiser (Mondfeld), Bundesschriftführerin Claudia Wieland (Reicholzheim) und Bundespressereferent Reinhard Haas (Oberlauda). Weiterhin gehören noch die jeweiligen Vorsitzenden der sechs Sängergruppen dem Präsidium an. Jutta Mark und Werner Vogt wurden als Kassenprüfer bestätigt.

Die nächste JHV ist am 18. Februar 2024 im Gebiet der Sängergruppe 4 (Tauberbischofsheim) vorgesehen.

Keine Zustimmung fand ein Vorschlag, zukünftige JHV´s als Hybridveranstaltungen durchzuführen, dazu wäre eine entsprechende Satzungsänderung notwendig. Wolfgang Runge appellierte abschließend noch an die Vereine: „Lasst uns eure Sorgen wissen, wir versuchen zu helfen“. Als großes Ziel bleibt die Aufforderung „gestalten statt verwalten“, die Aktivitäten wieder zu steigern und neue Zielgruppen anzusprechen. „Wagen wir einen Neustart“!

Sein abschließender Dank galt dem Gesangverein Liedertafel Grünsfeld und dessen Vorsitzenden Hans Rackl für die gelungene Ausrichtung dieser Veranstaltung und mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Badisch-Franken“ von Toni Zeller endete die diesjährige Hauptversammlung des Sängerbundes Badisch-Franken.

 

 

 

Ein ganz besonderer musikalischer Weg

Virtuelles Chorprojekt des BCV, Main-Echo vom 04.03.21

Main-Tauber-Kreis. Seit gut einem Jahr hatten die Chöre der Region weder Proben noch Auftritte. Deshalb hat sich der Badische Chorverband für seine Mitgliedsvereine ein besonderes Projekt ausgedacht und sie zum virtuellen Chorprojekt "Spirit of Brotherhood" 2.0" eingeladen.

"Die Resonanz hat sich bei uns in Grenzen gehalten", erklärt Reinhard Haas, Pressereferent des Sängerbunds Badisch-Franken, auf Anfrage welche Chöre sich daran beteiligen. "Die Vereine befinden sich durchweg noch im ruhenden beziehungsweise abwartenden Zustand", ist er überzeugt. Mit "Vocalis", dem gemischten Chor des Liederkranzes Dertingen, ist nur ein Ensemble aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitung mit dabei.

Engagierte Chorleiterin

"Wir haben mit Hanna Stollberger eine sehr engagierte Chorleiterin, die seit April letzten Jahres wöchentliche Zoom-Chorproben mit uns macht", berichtet die Schriftführerin des Vereins, Julia Simny. "Bei unserer ersten Probe im Januar legte sie uns über dieses Portal das Projekt ans Herz, berichtet sie, und immerhin 16 Sänger wollten Aufnahmen schicken. "Ich war mir sicher, dass meine Vocalis-Sänger diesen musikalischen Weg mitgehen werden", schwärmt Stollberger über ihren "wunderbaren, motivierten Chor, der immer zu Neuem bereit ist":

"Sie haben mich in dieser für Dirigenten sehr schwierigen Zeit stets unterstützt und getragen", lobt sie und ist überzeugt: "Wir sind trotz Distanz gewachsen, haben neue Probenkonzepte entwickelt und werden gestärkt in die Präsenzproben gehen.

Noten heruntergeladen

Von der Homepage des Badischen Chorverbands hätten sich alle Teilnehmer die Noten und Hörbeispiele heruntergeladen, beschreibt Simny den Vorgang. "Wir haben uns dann in jeder Zoom-Probe damit beschäftigt und unsere Dirigentinhat den verschiedenen Stimmen auch separate Probentermine angeboten". Melodie, Rhythmus und Aussprache der englischen Worte wurden geübt und die Dirigentin gab wertvolle Tipps, was sie bei der Aufzeichnung berücksichtigen sollten. Jutta Schneider, eine der Sängerinnen, meinte bei der letzten Probe: "Ich finde es fantastisch, Teil eines überregionalen Projekts zu sein".

Uneingeschränktes Lob gilt der Begeisterungsfähigkeit der Dirigentin und es bestätigten sich die Aussagen: "Musik verbindet und nur gemeinsam sind wir stark".

Personalien

 

Sängerbund Badisch Franken